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Stillberatung und Muttermilchersatzprodukte


Hallo ihr Lieben,

heute widme ich mich einem Thema, das für die Arbeit als Stillberaterin Grundlegend ist:

dem WHO Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten. Ich als Stillberaterin habe mich schriftlich dazu verpflichtet, nach diesem WHO Kodex zu handeln.

Was ist denn das aber jetzt eigentlich für ein ominöser Kodex?

Ziel des Kodex ist es, „zu einer sicheren und angemessenen Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder beizutragen, und zwar durch Schutz und Förderung des Stillens und durch Sicherstellung einer sachgemäßen Verwendung von Muttermilchersatznahrung, wo solche gebraucht wird. www.afs-stillen.de

Hinter der Muttermilchersatznahrung und letztlich häufig auch Stillhilfsmitteln steckt eine super große Industrie (während der weltweite Umsatz im Jahr 2014 noch 44,8 Milliarden US$ betrug, wird dieser für das Jahr 2019 auf 70,6 Milliarden US$ prognostiziert. Dieses Marktwachstum erfolgt auf Kosten des Stillens. www.still-lexikon.de Könnt ihr euch vorstellen, wie unfassbar groß diese Industrie ist!?), die sehr viele Mittel zur Verfügung haben, um ihre Produkte zu bewerben. So dass letztendlich die Verkaufszahlen steigen sollen. Den Müttern wird suggeriert, wie gut Muttermilchersatznahrung ist, wie sinnvoll dieses oder jenes Stillhilfsmittel ist. Neben den offensichtlichen Werbeflächen wie Fernsehen, Internet, etc. gibt es aber noch einen weiteren Weg. Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen und auch Stillberaterinnen bekommen zum Beispiel Werbegeschenke oder werden zu kostenlosen Fortbildungen eingeladen. So bleiben sie (meist unbewusst) im Gedächtnis dieser Person. Man möchte ja auch gerne etwas zurückgeben, und schwups, in die Falle getapst. Das Produkt ( es kann zum Beispiel eine bestimme Flasche sein, eine bestimme Muttermilchersatznahrung oder ein Stillhütchen ) dieser Firma, die so spendabel war, landet bei der eigentlich stillen wollenden Mutter. Im schlechtesten Fall stillt die Mutter vielleicht nach dieser vermeitlichen Unterstützung gar nicht mehr. Leider passieren diese Prozesse nicht bewusst, sondern unbewusst – man steckt in einem Interessenskonflikt. Denn eigentlich hat man sich ja basierend auf der Berufsethnie verpflichtet, das Beste für Mutter und Baby zu wollen, ist dann aber Teil der Vermarktungsstrategie geworden.

Und das passiert nicht manchmal, das passiert nicht einfach so, es ist eine knallharte, aggressive Vermarktungsstrategie.


Deshalb gilt: ich als Stillberaterin arbeite nach dem Kodex, nehme keine Werbegeschenke, kostenlose Fortbildungen oder Sonstiges an, damit ich euch unabhängige, evidenzbasierte Informationen an die Hand geben kann, die ihr für eure Stillreise benötigt!

Ich möchte auf keinen Fall Muttermilchersatznahrung schlecht schreiben, da wo sie gebraucht wird, ist sie sinnvoll. Dort wo die Mutter stillen möchte, hat sie nichts zu suchen.

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